EINE WELT LADEN FÜRTH

Produkt der Woche

Was macht die Produkte im Weltladen so besonders? Das sind ihre Geschichten: Geschichten von mutigen Menschen und Pionier*innen, von spannenden Projekten, die es besser machen wollen und von einer Gesellschaft, in der Fairness und Solidarität eine Bedeutung haben.

Und diese Geschichten wollen wir euch erzählen, indem wir ab jetzt regelmäßig unser Produkt der Woche mit seiner ganz eigenen Geschichte vorstellen.

Eheringe aus Holz

10. - 16. Mai 2021

Diese dezenten Ringe aus den dunklen Samenschalen der Tucumá-Palme tragen eine ganz besondere Geschichte in sich: Im 19. Jahrhundert wurden sie von Sklaven und Indigenen als Ehering getragen, wenn sie sich kein Gold leisten konnten. Aber auch als Symbol für die Freundschaft und als Zeichen des Widerstands gegen die etablierte Gesellschaftsring hatten die Tucumá-Ringe Bedeutung.

Heute dienen sie als Zeichen der Solidarität mit den Armen und der Unterstützung ihres Kampfs für soziale Gerechtigkeit und die Achtung der Menschenrechte.

Die Tucumá-Palme ist ein Regenwaldbaum, der bis zu 28 Meter hoch werden kann. Ihre Früchte erinnern an Kokosnüsse. Das Fruchtfleisch kann gegessen werden. Zur Schmuckherstellung wird die dunkle, harte Schale des Samens verwendet.

Gute Schokolade auch fürs Klima gut

03. - 09. Mai 2021

“Die Schokolade, die Bäume pflanzt”, so bewirbt die Umweltschutzorganisation Plant-for-the-Planet ihre “Gute Schokolade”. Der Hintergrund: 20 Cent pro gekaufter Tafel gehen in eine Baumpflanzkasse. Für einen Euro wird ein Baum gepflanzt, sprich mit fünf Tafeln Gute Schokolade pflanzen Sie einen Baum.

Überdies ist die Gute Schokolade natürlich fairgehandelt und außerdem klimaneutral produziert. Plant for the Planet schreibt außerdem, die Schokolade sei die meistverkaufte Fairtrade-Schokolade in Deutschland und seit sie 2011 auf den Markt kam, wurden nur dank der Schokolade schon über 6 Millionen Bäume gepflanzt.

Gleichzeitig dient die Gute Schokolade auch als Kampagnen-produkt: Seit der Klimakonferenz 2013 in Warschau gibt es eine spezielle COP-Edition, die auch an die Politiker*innen und Deligierten verschenkt wird, mit einer Erklärung der Klimabotschafter*innen von Plant-for-the-Planet auf der Innenseite, wie der globale Temperaturanstieg auf 2 Grad begrenzt werden kann.

Aus Resten mach bunten Schmuck

26.April - 02. Mai 2021

Woraus diese hübschen bunten Armbänder bestehen? Auf den ersten Blick ist es nicht zu erkennen, aber: Die Armbänder bestehen aus Melonenkernen, die mit natürlichen, mineralischen Farben eingefärbt wurden.
Hergestellt werden sie von jungen Frauen und Müttern in einer Favela der Stadt Medellin in Kolumbien.
Der Regenwaldladen verfolgt eine ganz besondere Philosophie. Damit die Produzent*innen möglichst stark und lange von ihren Produkten profitieren, findet die gesamte Wertschöpfung vor Ort statt. Soll heißen: Es werden nicht nur Rohstoffe exportiert, um sie dann in Deutschland zu fertigen Produkten zu verarbeiten, nein, egal ob Schmuck, Lebensmittel oder Kosmetik, alle notwendigen Arbeitsschritte bis hin zur Etikettierung werden in Lateinamerika vorgenommen.

Für den Regenwaldladen heißt das: Er kann somit geschätzt knapp 10 000 Menschen ein Einkommen zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage bieten. Beispielsweise sammeln allein 350 Menschen den Wildkakao für die Top-Qualitätsschokoladen.

24 Quadratkilometer Wald besitzt der Laden mittlerweile selbst, die so vor der Rodung und Abholzung geschützt sind. Diese Form der nachhaltigen Waldnutzung ist ein wichtiger Schritt zum Erhalt und Schutz des Regenwalds auf lange Sicht. Denn dadurch, dass er den Menschen eine sichere Einkommensquelle bietet ohne dass sie ihn roden müssen, können sie weiterhin von und mit dem Wald leben, ohne ihn zerstören zu müssen.

Wildes Öl aus der Mitte des Amazonas

19. - 25. April 2021

Dieses wohltuende und vitaminreiche Pflegeöl wird aus der vielfältig nutzbaren Buriti-Palme im Amazonas-Regenwald gewonnen und eignet sich gut zur Pflege nach einem Sonnenbrand. Zwischen Februar und Mai ist die Hauptsaison, in der die Buritifrucht geerntet werden kann. Aus ihrem Fruchtfleisch wird das Öl gewonnen. Die Pflanze wird aber auch noch auf viele andere Weisen genutzt: Die nahrhaften und vitaminreichen Früchte dienen als Grundlage für Saft, Süßigkeiten und Eiscreme. Die Blätter der Palme werden zur Herstellung von Wandschmuck und Körben verwendet.

Das Buriti-Öl stammt überwiegend von Marajo, der größten Flussinsel der Welt, wo die Einheimischen die Buritifrüchte in Wildsammlung sammeln oder sie in kleinen Agroforstkulturen kultivieren. Beim Einkauf achtet die kleine Firma, in der die Waldrohstoffe für das Pflegeprodukt weiterverarbeitet werden, darauf, überdurchschnittliche Löhne zu bezahlen und gibt den Sammler*innen eine Abnahmegarantie. Außerdem wird das Öl und andere Zutaten für die Kosmetik von Sementes nur von Familien und Kooperativen bezogen, die waldschonend wirtschaften und darauf achten, den Regenwald, ihre Lebensgrundlage, erhalten.
Durch die Weiterverarbeitung vor Ort in Brasilien werden weitere Arbeitsplätze geschaffen, die auch für die Städter*innen das Einkommen sichern.

Edler Silberschmuck mit Tradition aus Mexiko

12. - 18. April 2021

Der schöne Schmuck von pakilia stammt von über 20 Kunsthandwerker*innen, die außer dem lokalen Silbermarkt einmal wöchentlich keine Absatzmöglichkeiten haben. Die Produzent*innen und Künstler*innen arbeiten in ihren eigenen kleinen Werkstätten, teilweise arbeitet die ganze Familie zusammen.

In der mexikanischen Stadt Taxco, in der sie alle wohnen, ist das Silberkunsthandwerk neben Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Die denkmalgeschützte 50.000-Einwohner*innen-Stadt liegt zwischen Acapulco und Mexiko-City

2012 kauften die beiden Gründerinnen Julia und Miri vom Ersparten während der Studienzeiten die ersten Schmuckstücken. Das war der Anfang von pakilia. Freundschaften zu den Kunsthandwerker*innen entstanden und das kleine Unternehmen wächst nach und nach. Viele Studentinnen und BWL-Absolventinnen sind mit im Unternehmen involviert. Die Studierenden unterstützen beispielsweise während des Studienaufenthalts in Mexiko um den Kontakt und Einkauf bei den Kunsthandwerker*innen. Das Team von pakilia ist zur Hälfte in Mexiko, zur Hälfte in Deutschland. Der persönliche Kontakt zu den Kunsthandwerkerfamilien ist ein sehr wichtiger Bestandteil von pakilia.