EINE WELT LADEN FÜRTH

Produkt der Woche

Was macht die Produkte im Weltladen so besonders? Das sind ihre Geschichten: Geschichten von mutigen Menschen und Pionier*innen, von spannenden Projekten, die es besser machen wollen und von einer Gesellschaft, in der Fairness und Solidarität eine Bedeutung haben.

Und diese Geschichten wollen wir euch erzählen, indem wir ab jetzt regelmäßig unser Produkt der Woche mit seiner ganz eigenen Geschichte vorstellen.

Aus Resten mach Neu: Die Ekobo-Produkte

22. – 28. Februar 2021

Was könnte eine Alternative zu Plastik sein? Ekobo probiert es aus und beantwortet die Frage für sich: Bambusfasern. Hergestellt werden diese nachhaltigen Brotboxen dort, wo 80 Prozent des Bambus wächst: In China. Die entsprechenden Fabriken, wo das Geschirr produziert wird, sind mit dem Forstschutzsiegel FSC zertifiziert.

Eigentlich stellen diese Fabriken Essstäbchen her und dabei fällt viel Sägemehl an. Dieses “Abfallprodukt” ist der Ausgangsstoff für die vielfältigen Teller, Schüsseln und Aufbewahrungsboxen von Ekobo.

Das Unternehmen achtet strikt darauf, alle Arbeitsschritte selbst zu steuern und nicht an andere auszulagern, damit Gesundheits- und Sozialstandards entlang der gesamten Lieferkette gewahrt bleiben. Dazu gehört das Verbot von Kinderarbeit, regelmäßige Urlaubszeiten, geregelte Arbeitszeiten, ein fairer Lohn und Gesundheits- und Sicherheitsstandard am Arbeitsplatz.

Reisebesteckset in praktischer Mappe

22. – 28. Februar 2021

Bei der Herstellung dieses Bestecksets kommen vielfältige Naturmaterialien zum Einsatz: Das Besteck selbst, bestehend aus Gabel, Messer, Löffel und Essstäbchen, ist aus Kokosholz gefertigt, der Knopf an der Tasche aus Kokosnuss. Die kleine Reinigungsbürste besteht aus Edelstahl und Kokosfasern, der Strohhalm ist aus naturbelassenem Bambus gefertigt, für dessen Anbau weder Pestizide noch Kunstdünger verwendet werden. Das Mäppchen besteht aus Biobaumwolle.

Hergestellt wird das alles in Vietnam in kleinen Familienbetrieben, die dank des Fairen Handels eine übertarifliche Bezahlung erhalten, die über dem vietnamesischen Living Wage von 18 Dollar pro Tag liegt.

Weil alle Bestandteile des Sets wiederverwendbar und letztlich auch kompostierbar sind, tragen sie wirkungsvoll zum Schutz der Umwelt bei und diese hübsche Set eignet sich super für den nächsten Camping-Urlaub oder fürs nächste To-Go-Essen.

Einzigartige Büroartikel aus alten Computerteilen

15. – 21. Februar 2021

Für diese Produkte im außergewöhnlichen Look kommen alte Computerteile zum Einsatz: Aus ihnen fertigen die Kunsthandwerker*innen in Indien Unikate fürs Büro. Die Organisation Tara, zu der sie gehören, wurde von Lehrer*innen, Student*innen und Sozialarbeiter*innen gegründet, die vor allem den sogenannten “Unberührbaren” in und um Neu Delhi eine Chance geben wollten.

Die Organisation setzt auf die Prinzipien der Selbsthilfe und nimmt keine Spenden an, sondern finanziert sich nur über den Verkauf ihrer Kunsthandwerksprodukte im In- und Ausland. Zur Organisation Tara gehören heute mehrere Kooperativen, Familienbetriebe und ähnliche Gruppen. Wichtig dabei ist aber der enge Kontakt: Der Organisation ist es wichtig, lieber einige wenige Produzent*innengruppen intensiv zu betreuren statt viele Gruppen eher oberflächlich.

Für jeden Topf gibt’s einen fairen Untersetzer

08. – 14. Februar 2021

Hatale ist ein Familienbetrieb mit über 300 Mitarbeiter*innen und bedeutet so viel wie “handgemacht”. Das nepalesische Unternehmen verkauft fair gehandelte Filz- und Papierwaren in die ganze Welt. Nach traditioneller Handwerkskunst fertigen die Mitarbeiter*innen, davon ca. 80 Prozent Frauen aus den umliegenden Dörfern um Kathmandu, Teppiche, Girlanden, Kissen und Schmuck. Fürs Filzen verwenden sie 100 Prozent Schafwolle, die umweltschonend gefärbt wird.

Besonders die Teppiche haben Tradition: Sie werden mit aufwendigen Ornamenten verziert , es gibt handgefertigte Kugelteppiche und handgewebte Filzteppiche. Die Herstellung eines Teppichs kann über eine Woche dauern.

Das Unternehmen möchte Frauen ohne Schulabschluss zu einer Berufsausbildung verhelfen, bezahlt Altersversorgung und medizinische Betreuung und übernimmt neben dem Schulgeld für zwei Kinder auch die Kosten für die Schulmaterialien.

Auch Umweltschutz steht im Fokus des Unternehmens: So hat es einen Regenwassertank und eine Kläranlage auf dem Firmengelände installiert und legt außerdem Wert auf eine umweltfreundliche Herstellung und besitzt ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem.

Soziales Papierhandwerk aus Nepal

01. – 07. Februar 2021

Die Geschichte der Nicht-Regierungsorganisation Mahaguthi “Craft with Conscience” reicht bis 1924 zurück, die Tradition der handgemachten Papierherstellung in Nepal sogar über 2000 Jahre. Ziel der Organisation war es von Anfang an, benachteiligten Handwerker*innen, insbesondere Frauen, Perspektiven zu bieten. Neben der fairen Bezahlung übernimmt die Organisation die Kosten für medizinische Betreuung und Schulgeld für zwei Kinder pro Familie, vergibt günstige Kleinkredite und bietet Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen.

Im Webatelier des Ashram der Organisation, einer Art klösterlichen Mediationszentrum, arbeiten heute 45 Frauen, vor allem verstoßene Ehefrauen und Witwen.

Das Lokta-Papier der edlen Notizbücher wird traditionell aus Seidelbast, oder Englisch, dem “Daphne Bush” gewonnen und ist handgeschöpft. Dazu wird der Stängel des Gewächses alle zwei bis drei Jahre einen Fuß breit über dem Boden abgeschnitten. Die Rinde wird weichgekocht und der Bast herausgefiltert. Anschließend wird der Bast weiter zerkleinert und mit Wasser vermengt, sodass eine gleichmäßige Masse entsteht. Diese wird dann in einen Schöpfrahmen gegossen. Nach dem Trocknen werden die Papier geglättet und mittels Siebdruck weiter veredelt.

Keramikhandwerk aus Nepal zur Förderung der Frauen

25. – 31. Januar 2021

Association of Craft Producers, kurz ACP, nennt sich die Nicht-Regierungsorganisation, die die schlichten, eleganten Keramikbecher aus Nepal herstellt. Zu der Organisation gehören 1 100 Mitglieder und sie hat sich insbesondere der Förderung von Frauen verschrieben: Häufig werden Handwerksberufe in Nepal vor allem von Männern ausgeübt.

Die Gründerin von ACP und Psychologin Meera Bhattarai machte es sich 1984 zum Ziel, Frauen in ihrer Selbstständigkeit zu fördern und gut bezahlte Arbeitsplätze für sie zu schaffen. Die Aus- und Weiterbildung der Handwerker*innen findet im ACP-Zentrum in Kathmandu statt, danach arbeiten die ACP-Mitglieder größtenteils in kleinen Werkstätten oder von zuhause aus.

Für die umweltschützende Produktion hat ACP außerdem Solarkollektoren auf den Dächern des Organisationsgebäudes installiert und sammelt das Regenwasser zur Verwendung in den Färbereien.

Kaffee unter Segeln

18. – 24. Januar 2021

Fair, bio und klimaschützend – das soll der Kaffee der Genossenschaft Café Chavalo sein. Und dafür wählen sie einen ganz besonderen Weg, wortwörtlich: Denn ein Teil des Kaffees wird von Honduras aus nach Deutschland mit dem Segelfrachtschiff Avontuur transportiert. Damit will das Unternehmen zeigen: Globaler Handel geht auch anders und muss nicht Klima und Umwelt belasten.

Produziert wird der Kaffee von der Kooperative Tierra Nueva in Nicaragua. Zur Kooperative gehören insgesamt 250 Kleinbauern und Kleinbäuer*innen, die ihren Kaffee selbstverwaltet und gemeinsam vermarkten. Die Handelsbeziehung zu Café Chavalo funktioniert ohne Zwischenhändler*innen, wodurch die Preisgestaltung fair und transparent ist.

Aus alt wird Unikat: Recyceltes Glas aus Kairo

11. – 17. Januar 2021

Im Schmelzofen geschmolzen, dann mit dem Blasrohr und verschiedenen anderen Werkzeugen geformt: So entstehen das einzigartige Glasgeschirr aus überwiegend recyceltem Glas in den Handwerksstätten in Kairo. Der Name der Organisation ist Programm: “Yadawee” bedeutet übersetzt so viel wie handgemacht.

Neben verschiedenen Trainings und Workshops setzt sich die Organisation außerdem für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Auch bei den anderen Materialien außer Glas kommen möglichst natürliche Stoffe zum Einsatz, um die Umwelt zu schützen.

Ein Licht in der Dunkelheit: Sonnengläser aus Südafrika

04. – 09. Januar 2021

Die ursprüngliche Idee der Sonnengläser war gar nicht der Verkauf nach Europa. Nein, eigentlich sollten die Solarleuchten vor allem dort für Licht sorgen, wo es nur eine unzuverlässige Stromversorgung gibt und die Menschen häufig ohne elektrisches Licht auskommen müssen – wie in den Randbezirken von Johannesburg, wo die Sonnengläser auch hergestellt werden.

Heute stellen rund 65 Mitarbeiter*innen aus Südafrika die Sonnengläser in Handarbeit her und konnten so die Arbeitslosigkeit hinter sich lassen. Die Grundprinzipien der Sonnengläser: Faire Produktion, ein möglichst kleiner ökologischer Fußabdruck und Langlebigkeit. Daher ist es auch möglich, das Akku-Modul austauschen zu lassen, wenn es nicht mehr richtig funktioniert.

Das richtige für die kalten, grauen Tage: Schmuddelwetter-Tee

28. Dezember 2020 – 02. Januar 2021

Fenchel, Salbei, Thymian und Melisse wärmen an regnerischen Tagen so richtig schön durch. Die Kräuter stammen allesamt aus einem kleinen Bio-Anbau in Slowenien und werden per Hand gepflückt.
Der Gründer Iztok Luskovic hat das Sozialunternehmen “Botanik” 2011 ins Leben gerufen, um Arbeitsplätze zu schaffen und nicht wie viele andere junge Menschen in Slowenien wegen Job-Mangel ins Ausland abwandern zu müssen.
Alle Gewinne des Unternehmens werden reinvestiert. Neben dem Anbau in Bioqualität bieten Iztok Luskovic und seine Mitarbeitenden außerdem Kräuterseminare für Kinder und Erwachsene an. Außerdem stellt er verschiedene Kräuter und deren Wirkung auch in einer eigenen kleinen Radiosendung vor.