EINE WELT LADEN FÜRTH

Produkt der Woche – Archiv

Was macht die Produkte im Weltladen so besonders? Das sind ihre Geschichten: Geschichten von mutigen Menschen und Pionier*innen, von spannenden Projekten, die es besser machen wollen und von einer Gesellschaft, in der Fairness und Solidarität eine Bedeutung haben.

Und diese Geschichten wollen wir euch erzählen, indem wir ab jetzt regelmäßig unser Produkt der Woche mit seiner ganz eigenen Geschichte vorstellen.

Einzigartige Büroartikel aus alten Computerteilen

15. – 21. Februar 2021

Für diese Produkte im außergewöhnlichen Look kommen alte Computerteile zum Einsatz: Aus ihnen fertigen die Kunsthandwerker*innen in Indien Unikate fürs Büro. Die Organisation Tara, zu der sie gehören, wurde von Lehrer*innen, Student*innen und Sozialarbeiter*innen gegründet, die vor allem den sogenannten “Unberührbaren” in und um Neu Delhi eine Chance geben wollten.

Die Organisation setzt auf die Prinzipien der Selbsthilfe und nimmt keine Spenden an, sondern finanziert sich nur über den Verkauf ihrer Kunsthandwerksprodukte im In- und Ausland. Zur Organisation Tara gehören heute mehrere Kooperativen, Familienbetriebe und ähnliche Gruppen. Wichtig dabei ist aber der enge Kontakt: Der Organisation ist es wichtig, lieber einige wenige Produzent*innengruppen intensiv zu betreuren statt viele Gruppen eher oberflächlich.

Für jeden Topf gibt’s einen fairen Untersetzer

08. – 14. Februar 2021

Hatale ist ein Familienbetrieb mit über 300 Mitarbeiter*innen und bedeutet so viel wie “handgemacht”. Das nepalesische Unternehmen verkauft fair gehandelte Filz- und Papierwaren in die ganze Welt. Nach traditioneller Handwerkskunst fertigen die Mitarbeiter*innen, davon ca. 80 Prozent Frauen aus den umliegenden Dörfern um Kathmandu, Teppiche, Girlanden, Kissen und Schmuck. Fürs Filzen verwenden sie 100 Prozent Schafwolle, die umweltschonend gefärbt wird.

Besonders die Teppiche haben Tradition: Sie werden mit aufwendigen Ornamenten verziert , es gibt handgefertigte Kugelteppiche und handgewebte Filzteppiche. Die Herstellung eines Teppichs kann über eine Woche dauern.

Das Unternehmen möchte Frauen ohne Schulabschluss zu einer Berufsausbildung verhelfen, bezahlt Altersversorgung und medizinische Betreuung und übernimmt neben dem Schulgeld für zwei Kinder auch die Kosten für die Schulmaterialien.

Auch Umweltschutz steht im Fokus des Unternehmens: So hat es einen Regenwassertank und eine Kläranlage auf dem Firmengelände installiert und legt außerdem Wert auf eine umweltfreundliche Herstellung und besitzt ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem.

Soziales Papierhandwerk aus Nepal

01. – 07. Februar 2021

Die Geschichte der Nicht-Regierungsorganisation Mahaguthi “Craft with Conscience” reicht bis 1924 zurück, die Tradition der handgemachten Papierherstellung in Nepal sogar über 2000 Jahre. Ziel der Organisation war es von Anfang an, benachteiligten Handwerker*innen, insbesondere Frauen, Perspektiven zu bieten. Neben der fairen Bezahlung übernimmt die Organisation die Kosten für medizinische Betreuung und Schulgeld für zwei Kinder pro Familie, vergibt günstige Kleinkredite und bietet Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen.

Im Webatelier des Ashram der Organisation, einer Art klösterlichen Mediationszentrum, arbeiten heute 45 Frauen, vor allem verstoßene Ehefrauen und Witwen.

Das Lokta-Papier der edlen Notizbücher wird traditionell aus Seidelbast, oder Englisch, dem “Daphne Bush” gewonnen und ist handgeschöpft. Dazu wird der Stängel des Gewächses alle zwei bis drei Jahre einen Fuß breit über dem Boden abgeschnitten. Die Rinde wird weichgekocht und der Bast herausgefiltert. Anschließend wird der Bast weiter zerkleinert und mit Wasser vermengt, sodass eine gleichmäßige Masse entsteht. Diese wird dann in einen Schöpfrahmen gegossen. Nach dem Trocknen werden die Papier geglättet und mittels Siebdruck weiter veredelt.

Keramikhandwerk aus Nepal zur Förderung der Frauen

25. – 31. Januar 2021

Association of Craft Producers, kurz ACP, nennt sich die Nicht-Regierungsorganisation, die die schlichten, eleganten Keramikbecher aus Nepal herstellt. Zu der Organisation gehören 1 100 Mitglieder und sie hat sich insbesondere der Förderung von Frauen verschrieben: Häufig werden Handwerksberufe in Nepal vor allem von Männern ausgeübt.

Die Gründerin von ACP und Psychologin Meera Bhattarai machte es sich 1984 zum Ziel, Frauen in ihrer Selbstständigkeit zu fördern und gut bezahlte Arbeitsplätze für sie zu schaffen. Die Aus- und Weiterbildung der Handwerker*innen findet im ACP-Zentrum in Kathmandu statt, danach arbeiten die ACP-Mitglieder größtenteils in kleinen Werkstätten oder von zuhause aus.

Für die umweltschützende Produktion hat ACP außerdem Solarkollektoren auf den Dächern des Organisationsgebäudes installiert und sammelt das Regenwasser zur Verwendung in den Färbereien.

Kaffee unter Segeln

18. – 24. Januar 2021

Fair, bio und klimaschützend – das soll der Kaffee der Genossenschaft Café Chavalo sein. Und dafür wählen sie einen ganz besonderen Weg, wortwörtlich: Denn ein Teil des Kaffees wird von Honduras aus nach Deutschland mit dem Segelfrachtschiff Avontuur transportiert. Damit will das Unternehmen zeigen: Globaler Handel geht auch anders und muss nicht Klima und Umwelt belasten.

Produziert wird der Kaffee von der Kooperative Tierra Nueva in Nicaragua. Zur Kooperative gehören insgesamt 250 Kleinbauern und Kleinbäuer*innen, die ihren Kaffee selbstverwaltet und gemeinsam vermarkten. Die Handelsbeziehung zu Café Chavalo funktioniert ohne Zwischenhändler*innen, wodurch die Preisgestaltung fair und transparent ist.

Aus alt wird Unikat: Recyceltes Glas aus Kairo

11. – 17. Januar 2021

Im Schmelzofen geschmolzen, dann mit dem Blasrohr und verschiedenen anderen Werkzeugen geformt: So entstehen das einzigartige Glasgeschirr aus überwiegend recyceltem Glas in den Handwerksstätten in Kairo. Der Name der Organisation ist Programm: “Yadawee” bedeutet übersetzt so viel wie handgemacht.

Neben verschiedenen Trainings und Workshops setzt sich die Organisation außerdem für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Auch bei den anderen Materialien außer Glas kommen möglichst natürliche Stoffe zum Einsatz, um die Umwelt zu schützen.

Ein Licht in der Dunkelheit: Sonnengläser aus Südafrika

04. – 09. Januar 2021

Die ursprüngliche Idee der Sonnengläser war gar nicht der Verkauf nach Europa. Nein, eigentlich sollten die Solarleuchten vor allem dort für Licht sorgen, wo es nur eine unzuverlässige Stromversorgung gibt und die Menschen häufig ohne elektrisches Licht auskommen müssen – wie in den Randbezirken von Johannesburg, wo die Sonnengläser auch hergestellt werden.

Heute stellen rund 65 Mitarbeiter*innen aus Südafrika die Sonnengläser in Handarbeit her und konnten so die Arbeitslosigkeit hinter sich lassen. Die Grundprinzipien der Sonnengläser: Faire Produktion, ein möglichst kleiner ökologischer Fußabdruck und Langlebigkeit. Daher ist es auch möglich, das Akku-Modul austauschen zu lassen, wenn es nicht mehr richtig funktioniert.

Das richtige für die kalten, grauen Tage: Schmuddelwetter-Tee

28. Dezember 2020 – 02. Januar 2021

Fenchel, Salbei, Thymian und Melisse wärmen an regnerischen Tagen so richtig schön durch. Die Kräuter stammen allesamt aus einem kleinen Bio-Anbau in Slowenien und werden per Hand gepflückt.
Der Gründer Iztok Luskovic hat das Sozialunternehmen “Botanik” 2011 ins Leben gerufen, um Arbeitsplätze zu schaffen und nicht wie viele andere junge Menschen in Slowenien wegen Job-Mangel ins Ausland abwandern zu müssen.
Alle Gewinne des Unternehmens werden reinvestiert. Neben dem Anbau in Bioqualität bieten Iztok Luskovic und seine Mitarbeitenden außerdem Kräuterseminare für Kinder und Erwachsene an. Außerdem stellt er verschiedene Kräuter und deren Wirkung auch in einer eigenen kleinen Radiosendung vor.

 

Zuckersüße Schärfe aus Paraguay

21. – 26. Dezember 2020

In Arroyos y Esteros in Paraguay, oder auf deutsch ungefähr: Bei den Bächen und Sümpfen arbeiten ca. 1750 Mitglieder der Kleinbauern-Kooperative Manduriva. Seit fast 25 Jahren bauen sie Gemüse in Bioqualität an, seit 2004 dann auch Bio-Zuckerrohr für viele Produkte von weltpartner. Das Zuckerrohr verarbeiten die Kleinbauern in der eigenen Zuckerfabrik und vermarkten es auch selbst.

Geerntet wird das Zuckerrohr zwischen Juni und November, sodass es den Kleinbauern ein Einkommen bis ca. Januar sichert. Bis zur nächsten Erntesaison fehlen dann meistens die alternativen Einkommensquellen. Daher ist der Fairhandelsaufschlag so wichtig für die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen: Die Hälfte steht ihnen direkt zur Verfügung, z.B. für die Sanierung von Dächern oder Verlegung von Strom- und Wasserleitungen. Die andere Hälfte verwendet die Kooperative, um günstige Kredite oder Sparfonds anbieten zu können und in Schulungen und technische Beratung zu investieren.

Vergoldete Schmuckstücke wie aus dem Museum

14. – 19. Dezember 2020

In der kleinen Werkstatt von Omar Hurtado in Bogotá, Kolumbien, fertigen 12 Männer und Frauen die goldenen Schmuckstücke in präziser Handarbeit. Ihre Inspiration sind Schmuckstücke aus dem Museo del Oro, die aus der Zeit vor der spanischen Besiedlung stammen. In den Formen steckt die Symbolkraft der präkolumbischen Kulturen der Nariño, Calima, Quimbaya, Tairona und Sinú. Auch bei der Fertigung der vergoldeten Anhänger und Ketten orientieren sich die Frauen und Männer an alten Herstellungstechniken.

Fairness spielt natürlich eine wichtige Rolle in der Werkstatt: Neben flexiblen Arbeitszeiten, fairem Lohn, Kranken- und Rentenversicherung übernimmt der Betrieb die Fahrtkosten für Bus und Bahn und erlaubt es, während der Ferienzeiten auch die Kinder mit in die Werkstatt zu bringen.

Zero-Waste-Kosmetik von Fair Squared

7. – 12. Dezember 2020

Fair Squared, der Name verkörpert die Philosophie des Unternehmens: Nämlich Fair hoch zwei. Fair für die Produzent*innen natürlich, aber auch tierversuchsfrei, vegan und Zero Waste oder zumindest mit weniger Müll produziert dank dem Pfandsystem vieler Kosmetikprodukte.

Die fair gehandelten Rohstoffe stammen unter anderem aus Palästina und dem Libanon, aus Ghana, Indien und Pakistan. Seit 2019 arbeitet das Unternehmen mit Mohamad Khiro zusammen, der in Aleppo ein traditionelles Seifengeschäft betrieben. 2011 verließen er und seine Familie das Land, nachdem seine Firma und sein Zuhause durch den Krieg zerstört worden war. Jetzt produziert Mohamad Khiro die traditionelle syrische Seife in Handwerkskunst von Köln aus für das faire Kosmetikunternehmen.

Schlauchschals vom Raymisa

30.November – 5. Dezember 2020

Kuschelig warm und weich sind Schlauchschals vom Sozialunternehmen Raymisa, die aus Bio-Baumwolle und Baby-Alpaka-Wolle gefertigt wurden. Das Unternehmen gibt es schon seit 1981, ursprünglich wurde das Unternehmen gegründet, um Menschen in der Andenregion Ayacucho zu unterstützen, die vor dem Bürgerkrieg flohen.

Heute beliefern 18 Werkstätten das Unternehmen mit hochwertigen Kleidungsstücken aus Alpaka-Wolle. Außerdem veranstaltet das Unternehmen Aktionen und Kampagnen, um Kindern zu helfen. Küchenausstattung von Schulen, um die gesunde Ernährung zu erleichtern und fördern und eine regelmäßige Weihnachtsgeschenke-Aktion gehören da zum Beispiel dazu.

Und die schönen Alpaka-Schals sind nicht nur perfekt für den Winter, sondern ersetzen gleichzeitig auch noch den Corona-Mundschutz.

Save Passage Bags

23. – 29. November 2020

Pikpa Camp heißt der Ort, wo die NGO Lesvos Solidarity Geflüchteten auf der Insel Lesbos seit 2012 Unterkunft und Unterstützung bietet. In der Nähwerkstatt arbeiten Geflüchtete und Einheimische zusammen: Aus alten zurückgelassenen Rettungswesten entstehen bunte Unikate – Laptoptaschen, Brustbeutel, Rucksäcke uvm. Ein großes Plus für die Menschen, als auch für die Umwelt.

Seit Anfang des Jahres arbeitet die Organisation mit Gepa zusammen, nun sind die Safe Passage Bags auch bei uns im Eine Welt Laden Fürth erhältlich. Kommt vorbei und nehmt die einzigartigen Taschen selbst unter die Lupe! Oder informiert euch weiter unter: